Frauenkolleg

Das Frauenkolleg, das Collegium Beata Mariae Virginis oder Liebfrauenkolleg, war eine private Stiftung einiger schlesischer und preußischer Magister an der Universität Leipzig. Den Namen verdankte es seiner Lage gegenüber der Marienkapelle. Der Grund- und Häuserbesitz des Kollegs befand sich am östlichen Ende des Brühls an der südlichen Straßenseite. Der 1409 aus Prag nach Leipzig gekommene Johann Hoffmann von Schweidnitz hatte nach 1416 den ersten Kollegiaten sein privat genutztes Wohnhaus zur Verfügung gestellt, 1422 bestätigte Markgraf Friedrich IV die private Stiftung als Kolleg mit denselben Privilegien wie bei beiden Fürstenkollegien. Im Gegensatz zu diesen war das Liebfrauenkolleg jedoch nur mit der polnischen Nation verbunden. Es diente der Versorgung und Unterkunft von je fünf schlesischen und einem preußischen Magister. Mit der Vergabe einer Kollegiatenstelle war zugleich eine Lehrverpflichtung verbunden.